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Von Turin nach Japan in einem Fiat 500

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Foto bereitgestellt von BeRevolution

Ein Fiat 500, zwei junge Aktivisten und Millionen (Kinder-)Träume

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Dass viele Fiat 500-Fahrer Mitgefühl für die Nöte der Kleinen, der Bedürftigen und der Schwachen haben, ist kein großes Geheimnis. Denn wer einen Fiat 500-Oldtimer fährt anstelle eines protzigen PS-Monsters, der hat sein Herz am rechten Fleck. Aber alles stehen und liegen zu lassen, um sich zugunsten eines wohltätigen Zwecks für eine mehrmonatige Reise in die Fremde zu begeben, ist sicherlich auch für einen Fiat 500-Fahrer keine Selbstverständlichkeit.

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Die beiden Cousins Luca Bonventre (31) und Andrea Bonventre (27) machen genau das. Seit mittlerweile einem halben Jahr sind die beiden Cousins Luca (31) und Andrea Bonventre (27) nun schon mit ihrem kleinen Fiat 500 in der weiten Welt unterwegs, um unter dem Motto „BeRevolution“ Spenden für die Spendenorganisation Forma Onlus zugunsten des Kinderkrankenhauses Regina Margherita in Turin sowie Bilder und Zeichnungen von Kindern mit Motiven ihrer ganz persönlichen Träume von der Zukunft zu sammeln. Schließlich wollen die beiden mit ihrem Fiat 500 beweisen, dass Träume auch in unserer heutigen Zeit noch möglich sind und mit ihrem Projekt „A 500. Millions of dreams.“ ihren Teil dazu beitragen, Träume zu erfüllen und notleidenden Kindern ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

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Luca und Andrea sind Cousins, beide reisebegeistert und überzeugte Fiat 500-Enthusiasten. Wie der Fiat 500 selbst vor mehr als 50 Jahren, so ist auch ihr Projekt aus einem Traum heraus entstanden. Am Anfang stellten sie sich dabei die scherzhafte Frage, wie weit man es mit einem Fiat 500 auf den Straßen dieser Welt wohl schaffen könne. Wäre eine Fahrt von Turin bis nach Tokyo / Japan ohne längere Unterbrechung möglich? Doch aus dem Scherz wurde schnell Ernst und der Plan kam auf, aus der Idee ein Abenteuer zu machen.

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In dieser Zeit lernten Luca und Andrea Forma Onlus kennen. Dabei handelt es sich um eine 2005 gegründete unpolitische und religiös neutrale Vereinigung von Familien mit dem Ziel, das Kinderkrankenhaus Regina Margherita in Turin zu unterstützen. Weil Lucas Freundin, die 2013 kurz nach ihrem 30. Geburtstag leider viel zu früh verstorben ist, als Kindergärtnerin am Moby Dick Kindergarten in Turin arbeitete, fasste man den Entschluss, die geplante Reise nach Tokyo ganz ihrem Anliegen zu widmen, Kindern in Not zu helfen. Luca und Andrea beschlossen also, Spenden für Forma Onlus zu sammeln mit dem Ziel, den Betrag von 78.000 Euro zu erreichen. Mit diesem Geld soll es Forma Onlus und dem Kinderkrankenhaus schließlich ermöglicht werden, dringend benötigte neue medizinische Geräte anzuschaffen, den Kindern den Krankenhausaufenthalt angenehmer zu gestalten und ihre Lebensqualität durch Spiel und Spaß zu verbessern.

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Nachdem sie halb Europa und die Türkei durchquert haben, ging die Reise in den letzten Wochen weiter über den Iran und die Vereinigten Arabischen Emirate bis nach Indien. Überall wurden Luca und Andrea mit offenen Armen empfangen, überall hatte man ein freundliches Lächeln für sie und ihr Projekt übrig, stand eine Tür offen oder bekam man einen Platz zum Schlafen angeboten. Glücklicherweise hat der kleine Fiat 500 ein Herz an der Stelle, an der normalerweise der Motor sitzt. Und so haben Luca und Andrea mittlerweile bereits über 15.000 Km in ihrem Cinquecento hinter sich gebracht. Doch bis nach Tokyo, dem Ziel ihrer Fahrt, ist es immer noch ein weiter Weg.

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Besonders beeindruckt zeigten sich die beiden Aktivisten von der enormen Aufmerksamkeit, die man ihnen an jeder ihrer Stationen entgegenbrachte. Vor allem ihr Besuch im Saudi-Deutschen Krankenhaus in Dubai bleibt ihnen sicherlich noch lange in Erinnerung. Denn hier wurden sie vom italienischen Konsul und Familie, vom kompletten Krankenhauspersonal samt Krankenhausleitung empfangen und mit den Worten begrüßt: "Danke dafür, dass unsere Jungs einen anderen Tag als die üblichen verbringen konnten" Doch den Dank konnten sie sehr schnell weitergeben als sie sahen, mit welcher Leidenschaft man hier tagein tagaus versucht, für die jungen Patienten jeden Moment zu einem speziellen zu machen.

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Mit vielen Kinderträumen und der Erkenntnis im Gepäck, dass Grenzen ausschließlich von Erwachsenen gezogen werden, ging es nach diesem Ausflug zur arabischen Halbinsel weiter Richtung Indien. Und auch hier war das Erstaunen bei Luca und Andrea groß: Eine Million Farben, überall der Duft von frisch gebackenem Brot, all die Energie, all der Trubel. Daneben Kinderaugen, die so hell sind, als würden sie den Himmel reflektieren. Luca und Andrea spürten hier schnell die Energie von einer Milliarde schlagender Herzen, die einen Tanzrhythmus hervorbringen, der so kraftvoll ist, dass er manchmal sogar ermüdet. Doch glücklicherweise sind die beiden immer bereit, sich überraschen und von der Magie des Augenblicks ergreifen zu lassen.

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Tour erfolgreich absolviert - ein Jahr voller (Kinder-)Träume in einem Fiat 500

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Seit Anfang Juli 2016, 370 Tage nach Beginn ihrer Fahrt, sind Andrea und Luca wieder zurück in Europa. Bei ihrer Ankunft auf dem Malpensa Flughafen in Mailand (der Fiat 500 wurde im Container zurück transportiert) wussten sie laut eigener Aussage zunächst gar nicht, wen sie zuerst umarmen sollten, so viele Freunde und Verwandte erwarteten sie. In all der Hektik konnten sie nicht einmal lesen, was auf all den Bannern stand. Sie genossen es einfach nur noch, daheim zu sein. Sie hatten dabei das Gefühl, das vergangene Jahr sei nur ein Tag gewesen - obwohl die Reise, zumindest in ihren Herzen, sicher niemals enden würde.

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Nach einem Jahr Reise konnten Andrea und Luca ein positives Fazit ziehen: Insgesamt legten sie 26.890 Kilometer ohne größere technische Probleme zurück, sie durchkreuzten dabei 14 Staaten, verbrauchten ca. hundert Tankfüllungen, wurden achtmal von der Polizei gestoppt - fünfmal davon allerdings nur, weil sich die Polizisten mit dem kleinen Fiat 500 fotografieren lassen wollten. Nebenbei erzielte man Spenden von knapp EUR 5000,- für Forma Onlus, verwirklichte den eigenen großen Traum von der Fahrt bis nach Tokio, sammelte gleichzeitig aber auch Hunderte von (Kinder-)Träumen in Form von Zeichnungen und Bildern.

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Das alles wäre natürlich ohne den Hauptdarsteller von Andreas und Lucas ganz persönlichem Roadmovie nicht möglich gewesen: ihrem Fünfhunderter. Er war in diesen 370 Tagen ihr Heim, das Zuhause während der Fahrt; ihr treuester Begleiter; ein 'echter Freund' - wie die beiden es ausdrückten - der ihnen Kilometer voller Wunder schenkte.

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"Hier ist BeRevolution, meine Damen und Herren, von Turin nach Tokio in einem Fiat 500 Bj. 1965", schrieben Andrea und Luca zum Abschluss ihrer Mega-Tour. "Wir hoffen, dass Sie die Show genossen haben!"

Ja, das Team Axel Gerstl hat die Show genossen und sagt aus vollstem Herzen: Danke!

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