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In die Sahara und zurück in einem Fiat 500

"In die Sahara und zurück" - unter diesem Motto steht die Afrikareise von Burkhard Hildebrandt, die er am 07.02.2010 angetreten hat. Dieses einzigartige Abenteuer bestreitet er aber nicht allein: sein gelber Fiat 500 Baujahr 1969 wird Ihn die ganze Reise über begleiten.

In die Sahara und zurück in einem Fiat 500

Der seit 1995 HIV-infizierte Hildebrandt nimmt dieses Wagnis auf sich, um während seiner Reise anderen, die sein Schicksal teilen, Mut zu machen und sich mit Ihnen auszutauschen. Er will zeigen, dass selbst eine schlimme Krankheit wie HIV niemanden daran hindern sollte, seine Träume zu verwirklichen.

Dass diese Reise mit der stattlichen Länge von rund 9.500 km nicht nur für den kleinen Fiat 500 eine hohe Belastung ist, sondern auch für den Fahrer einige Risiken birgt, zeigt auch das Interesse des BKA an Hildebrandts Geschichte. Vor Reiseantritt informierte sich das BKA eingehend darüber, ob Hildebrandt sich über die vielen Risiken einer solchen Reise im Klaren sei. Die Beamten brauchten allerdings nicht lange, um festzustellen, dass er bestens auf sein knapp 2 Monate langes Abenteuer vorbereitet ist.

Um ihn bei seinem Vorhaben zu unterstützen, stellen ihm die Firma Axel Gerstl alle technischen Ersatzteile, die er während seiner Fahrt benötigt, um seinen Fiat 500 am Laufen zu halten, kostenlos zur Verfügung. Zudem übernehmen wir die Versandkosten in jedes Land, in dem er sich gerade befindet. Wir hoffen, dadurch unseren bescheidenen Beitrag zum Gelingen seiner Reise beizutragen und damit vor allem den HIV-infizierten Menschen zu helfen, die er besucht, um ihnen neuen Lebensmut und Freude zu schenken.

In die Sahara und zurück in einem Fiat 500

Reisebericht: "In die Sahara und zurück" Teil I

Was hat sich seit unserem letzten Bericht getan?

Burkhard Hildebrandt hat in seinem gelben Fiat 500 mittlerweile bereits über 3.200 km zurück gelegt und befindet sich nun in Afrika. Seine Route führte ihn dabei von Deutschland über die Schweiz nach Frankreich, von dort aus quer durch Spanien bis nach Gibraltar, wo er am 13. Februar mit der Fähre nach Marokko übersetzte.

In die Sahara und zurück in einem Fiat 500

Trotz der langen Fahrt, bei über weite Strecken maximalem Topspeed von Tempo 80, hält der Fiat 500 den Belastungen weitgehend stand. Probleme bereiteten ihm bisher nur der Vergaser und der Luftfilter. Doch dank der tatkräftigen Hilfe durch den Abschleppdienst im Auftrag des ADAC erreichte er dennoch die rettende Werkstatt, wo die nötige Reparatur durchgeführt wurde und einer Fortsetzung der Reise somit nichts mehr im Wege stand.

Nach einem kurzen Zwischenstopp in Ceuta (Marokko) ging es am Montag, dem 15. Februar weiter nach Rabat. Dabei musste Burkhardt Hildebrandt erneut feststellen, dass das hohe Verkehrsaufkommen in den nordafrikanischen Städten nicht ganz ungefährlich für seinen kleinen Fiat 500 ist. Deshalb zog er seine Konsequenz und beschloss, die Städte schnell wieder zu verlassen, um sich nicht länger diesem Risiko auszusetzten und um seine Reise in Richtung Sahara auf ruhigeren Straßen fortzusetzen.

In die Sahara und zurück in einem Fiat 500

Reisebericht: "In die Sahara und zurück" Teil II

Was gibt es neues von Burkhard Hildebrandt aus Afrika?

In den vergangenen zwei Wochen führte es Burkhard Hildebrandt auf seiner Reise quer durch Marokko. Mit seinem kleinen, gelben Fiat 500 machte er unter anderem bei einer von einem deutschen Auswanderer betriebenen Olivenplantage halt und besuchte eine HIV-Station in Agadir. Sein letzter Standort war die Stadt Mhamid im Süden Marokkos.

In die Sahara und zurück in einem Fiat 500

Die anstrengende Reise von Burkhard Hildebrandt birgt verschiedene Hindernisse und Probleme. So hat er beispielsweise mit extremem Gelände zu kämpfen, das den Fiat 500 bis an seine Grenzen treibt. Das Schaltgestänge hatte sich zum Beispiel durch die vielen Schlaglöcher der Sand- und Schotterpisten gelöst und die Schrauben mussten befestigt werden, damit der Dritte Gang und der Rückwärtsgang wieder funktionierten. Zudem mussten nach 6000 km das Motoröl aufgefüllt, Keilriemen und Luftfilter gewechselt werden.

In die Sahara und zurück in einem Fiat 500

Wir konnten Burkhard Hildebrandt bereits einige Teile kostenlos liefern, um seinen Fiat 500 wieder flott zu kriegen. Er benötigte zum Beispiel Ersatz für seine ölenden Achsmanschetten, eine neue Benzinpumpe, Stoßdämpfer, einen Keilriemen und Wischerblätter.

Sein eigentlicher Anstoß für die Reise, HIV-infizierte Afrikaner zu besuchen und Aufklärungsarbeit zu leisten, trägt Früchte. Burkhard Hildebrandt berichtet über viele berührende Begegnungen in der HIV-Station von Agadir, bei der ihm eine Dolmetscherin zur Seite stand. Er bedauert aber auch, dass die Menschen in Afrika sehr zurückhaltend mit dem Thema HIV umgingen. Die Krankheit werde von weiten Teilen der Bevölkerung totgeschwiegen und die Betroffenen würden ausgegrenzt und gemieden. Dennoch lässt er sich nicht entmutigen und sucht weiter das Gespräch mit Infizierten, Ärzten und Einheimischen oder Reisenden, die sich für sein Projekt begeistern. 

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Reisebericht: "In die Sahara und zurück" Teil III

Vor knapp zwei Wochen fuhr Burkhard Hildebrandt nach Mhamid zurück, nachdem er schon im knapp 170 km entfernten Ouazazate angekommen war. Grund dafür war ein Treffen von Tuareg und Berbern, bei dem auch ein Vertreter der Bezirksregierung zugegen war. Burkhard Hildebrandt nutzte die Gelegenheit für ein Gespräch mit dem Bezirksvertreter, der seine Aktion sehr bewunderte und ihn zum Tee in sein Zelt einlud.

In die Sahara und zurück in einem Fiat 500

Der letzte uns bekannte Standort von Burkhard Hildebrandt war Marrakech in Marokko. Dort besuchte ihn eine gute Freundin aus Deutschland. Eine willkommene Abwechslung zu den vielen schönen, aber auch anstrengenden Begegnungen in fremder Sprache.

In die Sahara und zurück in einem Fiat 500

Burkhard Hildebrandt suchte den Kontakt zu der HIV-Station in Marrakech und berichtet von Tabuisierung der Krankheit, Ausgrenzung der Betroffenen und sehr engagierten Streetworkern, die stets für mehr Aufklärung und offeneren Umgang mit der Krankheit kämpfen. Den Ausspruch "In shalah" - "Mit Gottes Hilfe" hört Burkhard Hildebrandt sehr oft, wenn es um HIV geht. Trotz der starken kulturellen Unterschiede sucht er weiterhin das Gespräch mit den Einheimischen und tut sein Möglichstes, um den HIV infizierten Menschen zu helfen.

In die Sahara und zurück in einem Fiat 500

Sein nächstes Ziel ist Casablanca, wo Ende März eine große Afrikakonferenz zum Thema HIV stattfindet.

Reisebericht: "In die Sahara und zurück" Teil IV

Burkhard Hildebrandt ist am Samstag, den 10.4.2010, wieder wohlbehalten in seiner Heimatstadt Aerzen angekommen. Insgesamt hat er auf seiner Tour knapp 13.355 Kilometer zurückgelegt. Dabei ist er mit seinem gelben Fiat 500 von Deutschland über Spanien durch ganz Marokko und wieder nach Hause gefahren.

In die Sahara und zurück in einem Fiat 500

Ende März erhielt Burkhard Hildebrandt in Marokko Besuch von seiner Frau aus Deutschland. So konnte er seine letzten Tage in Marokko noch als eine Art Urlaub nutzen. Der Fiat 500 bekam eine kleine Verschnaufpause vor der langen Heimreise und mit einem Leihwagen erkundete und genoss Hildebrandt mit seiner Begleitung die wunderschöne Landschaft und die Städte Marokkos.

Nach ihrer Abreise machte sich Burkhard Hildebrandt wehmütig auf den Heimweg zurück nach Deutschland, der ihn wieder nach Ceuta und über die Straße von Gibraltar nach Spanien führte. Seine Heimreise war jedoch überschattet von vielen Pannen: sein Handy fiel ihm ins Wasser, seine Digitalkamera ging ebenfalls zu Bruch und der Fiat 500 verlor zwei Spezialschrauben, eine am Schaltgestänge und eine am Scheibenwischer. Durch einen Werkstattbesuch konnte er diese allerdings ersetzen. Damit nicht genug, das schlechte Wetter bescherte ihm einen langen Umweg wegen gesperrter Straßen. Nach weiteren Problemen mit dem Fiat 500 und mit seinem Bankkonto beschloss er, die Reise schnell fortzusetzen.

In die Sahara und zurück in einem Fiat 500

Am Dienstag, den 6. Februar, brach er dann nach Biburg auf, um uns einen kleinen Besuch abzustatten. Wir haben uns sehr über dieses Treffen gefreut und hatten die Gelegenheit, endlich persönlich mit Burkhard Hildebrandt zu sprechen. Wir tauschten uns mit ihm über seine Reise aus und unterhielten uns bei Kaffee und Tee über seinen Fiat 500.

In die Sahara und zurück in einem Fiat 500

Wir konnten ihm noch beim Einstellen seines Vergasers und seiner Zündung unterstützen und schossen viele Fotos. Zur Erinnerung erhielt Burkhard Hildebrandt ein kleines Modell seines gelben Fiat 500 sowie das Axel Gerstl T-Shirt. Unser brandneuer Axel Gerstl Aufkleber ziert nun außerdem die Fahrertür seines Oldtimers.

In die Sahara und zurück in einem Fiat 500

Am 10. April beendete Burkhard Hildebrandt seine Afrikareise mit einem Fest in Hameln mit seiner Familie, vielen Freunden und Sponsoren. Damit geht seine Tour nach mehr als zwei Monaten zu Ende.