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Luigi muss nach Hause! - Ein fotografischer Roadtrip in einem Fiat 500 durch ganz Italien bis nach Sizilien

Luigi muss nach Hause!

Als uns Martin Buschmann vor einigen Monaten von seinem Vorhaben berichtete, einen Roadtrip der besonderen Art in seinem Fiat 500 vom Breisgau aus bis zur Südspitze Italiens in Angriff zu nehmen und im Rahmen seiner Tätigkeit als Reisefotograf eine Video-/Foto-Dokumentation der Fahrt zu erstellen, waren wir vom Team Axel Gerstl sofort Feuer und Flamme. Gerne hat sich die Firma Axel Gerstl deshalb dazu bereit erklärt, das Projekt als Teilesponsor zu unterstützen und Martin Buschmann zu helfen, den kleinen Fiat 500 sicher ans Ziel zu bringen: nach Catania auf Sizilien. Was Martin Buschmann für seine Tour plant und was er im Vorfeld alles unternommen hat, um seinen 500er fit für die Reise zu machen, das können Sie hier lesen.

Sehnsuchtsland Italien

Luigi muss nach Hause!

Martin Buschmann erinnert sich noch ganz genau an dieses Wochenende während seiner Kindheit: Sein Vater packte die ganze Familie inklusive Sonnenschirm, Luftmatraze und Kühlbox in den familieneigenen Fiat 500 und anschließend ging es weiter zum Strand. Wie das alles aber in dem kleinen Fünfhunderter Platz haben konnte, das fragt er sich noch heute. Immerhin scheitert er regelmäßig daran, die damalige Situation mit seinem eigenen Fiat 500 Jahre später nachzustellen. Doch in den nächsten Wochen wird ein optimiertes Platzmanagement ganz sicher vonnöten sein, denn Martin Buschmann plant eine ganz besondere Reise: einen fotografischen Roadtrip in seinem Fiat 500 und unterstützt von seinem Teilesponsor Axel Gerstl durch ganz Italien bis hinunter nach Sizilien, wo Martin Buschmann geboren wurde und die ersten acht Jahre seines Lebens verbrachte. Es ist eine Reise zu den Ursprüngen, ins Heimatland 'Luigis', wie Martin Buschmanns Fiat 500 (Baujahr 1967) heißt.

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Heute lebt Martin Buschmann in Konstanz am Bodensee und arbeitet als Reisefotograf. Begleitet wird er auf der Tour von einem Freund, dem Naturfotografen Gereon Roemer. „Es wird also ein Roadmovie von zwei Herren werden, beide über 50, die noch einmal ein Abenteuer erleben wollen“, schildert uns Martin Buschmann seinen Plan. Und jenes Abenteuer dürfte „gespickt sein mit italienischen Geschichten und sicherlich auch Pannen“, die die beiden unweigerlich mit ihrem 'Luigi' erleben und ebenso in Film und Foto festhalten werden wie die „sagenhaften Landschaften und die Geschichten von Mensch und Kultur.“

Los geht es zunächst Mitte Juli 2020 auf einen „Testballon“, wie es Martin Buschmann nennt: die erste Teilstrecke von Freiburg im Breisgau über den Bodensee nach Konstanz. Dann über die Via Mala, dem Splügenpass, bis schließlich zum Comersee. Diese Fahrt war eigentlich bereits für den April geplant, verschob sich aber aufgrund der Corona-Pandemie. Die zweite Etappe führt dann im Herbst vom Comersee bis nach Rom. Im Frühjahr 2021 geht es von Rom aus weiter bis nach Catania auf Sizilien. Während ihres Roadtripps wollen Martin Buschmann und Gereon Roemer Fiat 500-Clubs besuchen, in Turin die Fiat-Werke besichtigen und hoffentlich – die mündliche Zusage gibt es bereits – auch ein paar Runden mit ihrem Fiat 500 auf dem berühmten Dach drehen. Im Anschluss an die Reise werden die beiden Fotografen eine Live-Multivisionsshow erstellen, also eine Live-Reportage, bei der sie als Vortragsreferenten live auf der Bühne vor Publikum ihre Erlebnisse und Eindrücke untermalt von Fotomaterial, Filmaufnahmen mit Originalton und Interviews präsentieren.

Natürlich mussten im Vorfeld dieses großangelegten Projekts noch einige technische Hürden genommen werden, denn 'Luigi' stand die letzten Jahre mehr oder weniger unbewegt in der Garage.

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„Wer ein bisschen handwerklich begabt ist, kann viele der Wartungsarbeiten am Cinquecento selbst vornehmen“, erzählt uns Martin Buschmann. „Allerdings hatte ich jahrelang nicht mehr geschraubt und auch das entsprechende Werkzeug fehlte mir.“ Daher habe er beschlossen, mit 'Luigi' die erste längere Fahrtstecke von 130 Km von Konstanz nach Freiburg zu bewältigen, um dort ein zweieinhalb Tage dauerndes Praktikum bei der KFZ-Werkstatt seines Vertrauens zu absolvieren.

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Doch bereits am Morgen der Abfahrt gab es ein Problem: 'Luigi' wollte nicht anspringen und erst die freundlichen Helfer vom ADAC brachten ihn zum Laufen.

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Nach 100 Km stieg schließlich Qualm an der Motorhaube auf und Martin Buschmann konnte sich und seinen kleinen 500er gerade noch in eine Parkbucht retten. Ein Kabelbrand am linken Rücklicht ließ kleine Flammen aus der Öffnung schlagen, auf dem vorher noch das nunmehr völlig verschmorte Rücklichtglas saß.

Luigi muss nach Hause! Luigi muss nach Hause!


Nachdem der kleine Brand gelöscht war, musste erneut der ADAC ran und transportierte 'Luigi' die letzten Kilometer zu seinem Ziel. „So hatte ich für die Fahrt von Konstanz nach Freiburg einen vollen Tag gebraucht“, meint Martin Buschmann und fragt sich: „Wie soll das erst auf der Fahrt durch ganz Italien werden?“

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Während der zweieinhalb Tage seines Werkstattpraktikums schaute Martin Buschmann mehr zu als er selbst Hand anlegte.

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Zunächst wurden der Anlasser und die Batterie ausgetauscht, dann neue Zündkerzen, ein neuer Keilriemen, neue Radbremszylinder sowie ein neues Rücklicht nebst diverse Gummidichtungen verbaut.

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Um zusätzlichen Stauraum zu gewinnen, bekam 'Luigi' außerdem einen Gepäckträger für die Motorhaube. Nachdem die Reparaturarbeiten beendet waren, die Elektrik wieder funktionierte, der Vergaser gesäubert und die Zündung frisch eingestellt war, ging es sofort weiter zum TÜV, den 'Luigi' mit Bravour meisterte und darüber hinaus ein H-Kennzeichen einbrachte, mit dem er künftig auch in Umweltzonen fahren kann.

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'Luigi' war nun im Prinzip bereit für seinen großen Auftritt, nur an der Optik störte sich Martin Buschmann noch, denn sein 'Luigi' sollte etwas Besonderes werden. Da der aktuelle weiße Lack in Originalfarbe eigentlich noch in Ordnung war, entschied sich Martin Buschmann für eine Folierung in den Farben der Tricolore: Grün, weiß, rot.

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Als weitere Vorteile der Folierung zählt Buschmann auf: „Sie lässt sich jederzeit rückstandslos entfernen. Die Haltbarkeit bei täglichem Gebrauch beträgt laut Herstellerangaben mit Garantie 7-10 Jahre. Es ist ein geringerer Aufwand nötig als bei einer Volllackierung.“

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Luigi muss nach Hause! Luigi muss nach Hause!


Nun ist 'Luigi' also fit für seine lange Reise zurück in die italienische Heimat und für Martin Buschmann und seinen Begleiter Gereon Roemer stellen sich nur noch folgende Fragen: Wird Luigi tatsächlich heil in Sizilien ankommen? Reicht die ADAC-Mitgliedschaft, um eine Panne zu überstehen, oder sollen die beiden doch lieber einen eigenen Werkzeugkoffer mitnehmen? Wird Gereon Roemers Körpergröße von 188 cm auf Sicht zu einem Problem werden?

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Testfahrt zum Comer See: Große Katastrophe oder Bella Figura?

Nur noch wenige Wochen, dann geht es für Martin Buschmann und seinem kleinen Fiat 500 namens 'Luigi' endlich los mit der Reise ins Sehnsuchtsland Italien. Aber vorher stand im Juli 2020 eine erste Testfahrt von Freiburg im Breisgau an den Comer See an – immerhin mussten sich Fahrer und Fiat zunächst etwas beschnuppern, um zu wissen, worauf man sich bei der langen Tour durch ganz Italien bis nach Catania auf Sizilien einlassen würde. Dabei ging es begleitet vom Naturfotografen Gereon Roemer, einem Freund Martin Buschmanns, zunächst von Freiburg aus über Konstanz, Chur, die Via Mala und den Splügenpass bis nach Domaso und von dort über den San Bernardino-Tunnel zurück nach Deutschland.

Luigi muss nach Hause! Luigi muss nach Hause!

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Doch bereits auf der Strecke Freiburg-Konstanz gab es wieder einmal Probleme, denn 'Luigi' scheint die Strecke nicht zu mögen, wie Martin Buschmann nach seinen ähnlichen Erlebnissen während der Fahrt von Konstanz in die Werkstatt nach Freiburg vermutet. Nachdem er und Gereon Roemer den kleinen 500er im Höllental bergauf und voll beladen warmgefahren hatten, fing dieser plötzlich an zu stottern und nahm das Gas nicht mehr richtig an.

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Gerade noch erreichte man im strömenden Regen Konstanz, wo 'Luigi' verarztet wurde und das Axel Gerstl-Wartungskit zum Einsatz kam. Nur leider half auch der Austausch der Zündkerzen, des Kondensators und der Zündkabel nicht - was für Martin Buschmann und Gereon Roemer den Verlust von zwei Reisetagen bedeutete, da die Werkstätten das Wochenende über geschlossen hatten.

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Es blieb den beiden reisebegeisterten Fotografen also nichts anderes übrig, als den angebrochenen Samstag und den folgenden Sonntag in Konstanz zu verbringen, um dann gleich am Montag in der Früh 'Luigi' zur Reparatur zu bringen: Der Übeltäter war offenbar ein verschmutzter Vergaser.

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Nachdem 'Luigi' zurück auf der Straße war, ging es gleich weiter zum nächsten Etappenziel: der Via Mala.

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Martin Buschmann und Gereon Roemer freuten sich ganz speziell auf diesen Streckenabschnitt, immerhin rechnete die beiden hier mit zahlreichen spannenden Fotomotiven und fuhren deshalb vor allem auf Landstraßen. Nur 'Luigi' spielte ein weiteres Mal nicht mit. In der Nähe von Chur erklang plötzlich ein Klappern und Scheppern aus dem Motorraum: Eine Auspuffschelle war gebrochen - pünktlich zum Ende der Geschäftszeiten um halb 7 Uhr abends!

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Dennoch hatten Martin Buschmann und Gereon Roemer Glück und fanden eine Werkstatt, in der das Licht noch brannte und der Inhaber die Gelegenheit bereitwillig nutzte, dem Papierkram in seinem Büro zu entfliehen und zur Abwechslung Hand anzulegen.

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Als die Schelle schließlich geschweißt war, fuhren die beiden mit 'Luigi' zu einem Campingplatz an der Via Mala, wo sie spätabends ankamen.

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Am nächsten Tag stand die nächste große Hürde an: Der Splügenpass mit seinen 2.055 m Höhe. Wenn 'Luigi' diese Herausforderung meistern würde, dann würde er es auch bis hinunter nach Sizilien schaffen, da waren sich Martin Buschmann und Gereon Roemer sicher. Um dem Kleinen Fiat 500 beim anstrengenden Anstieg Kühlung zu verschaffen, entfernten die beiden den Koffer vom Gepäckträger und montierten einen Motorhaubenaufsteller.

Luigi muss nach Hause! Luigi muss nach Hause!

Begeistert berichtet Martin Buschmann vom Ergebnis: „Was soll ich sagen? Luigi hat den Pass nicht nur einmal geschafft, er hat ihn sogar dreimal geschafft. Wir mussten dreimal fahren für unsere Foto- und Filmaufnahmen. Er hat es mit Bravour gemeistert!“

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Martin Buschmann und Gereon Roemer waren nun eigentlich zuversichtlich, dass ihnen jetzt nichts mehr passieren könne, obwohl sich Martin Buschmann andererseits auch ein kleines bisschen Sorgen vor der Abfahrt ins Tal zum Comer See machte. Immerhin war Luigi voll beladen, das Gefälle betrug 30% und das Bremsen stellte unter diesen Bedingungen keine einfache Aufgabe dar. Dazu noch diverse Tunnel, in denen laut Martin Buschmann „selbst einem Fiat Cinquecento am besten keine Fahrzeuge entgegen kommen sollten, weil sie so eng sind.“

Pünktlich nachdem man die Grenze zu Italien überquert hatte, sah Martin Buschmann erste Palmen am Wegrand, das Wetter wurde besser und die Temperaturen stiegen. Auch 'Luigi' schien bemerkt zu haben, dass er nun wieder in seiner Heimat war, denn „er atmete ganz anders durch seinen Luftfilter“, wie es Martin Buschmann beschrieb, und erreichte trotz der Gewichtsbelastung eine Geschwindigkeit von 100 km/h.

Luigi muss nach Hause! Luigi muss nach Hause!

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In Domaso am Comer See genossen Martin Buschmann und Gereon Roemer nicht nur die schöne Kulisse, sondern auch die bewundernden Blicke der Einheimischen. 'Luigi' wurde zum Fotomodell und war bis zum Tag der Abreise im ganzen Ort bekannt.

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Daneben nutzte Martin Buschmann die Gelegenheit, seinem Freund Gereon Roemer auf dessen „alte Tage“ noch einen Crashkurs im Windsurfen zu verpassen.

Luigi muss nach Hause! Luigi muss nach Hause!

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Als es zurück Richtung Deutschland ging – diesmal durch den San Bernardino-Tunnel -, begann 'Luigi' schnell wieder zu meckern: er stotterte erst, dann verlor er ein weiteres Mal seine Auspuffschelle – und erneut war Samstag und keine Werkstatt hatte mehr geöffnet.

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Die improvisierte Notlösung mit einer Drahtkonstruktion hielt nicht länger als 30 Kilometer, bis schließlich die zweite Schelle durch die starken Vibrationen brach. Ohne Auspuffschellen und nach Verlust der Auspuffkrümmerschraube war eine Weiterfahrt praktisch nicht mehr möglich und 'Luigi' auf die Hilfe der 'Gelben Engel' vom ADAC angewiesen, die den kleinen 500er dank der ADAC-Plus-Mitgliedschaft seines Besitzers zumindest kurzzeitig wieder auf Vordermann brachten.

Luigi muss nach Hause! Luigi muss nach Hause!


Nach dem San Bernardino-Tunnel wiederholte sich das Prozedere allerdings ein zweites Mal und erneut musste der ADAC anrücken, damit es 'Luigi' zurück bis Konstanz schaffte. „Den Blick des Zöllners werde ich nicht vergessen, als wir mit Luigi, der mittlerweile eher wie ein Panzer klang, die Grenze nach Deutschland überquerten“, meinte Martin Buschmann.

Luigi muss nach Hause! Luigi muss nach Hause!


In Konstanz stellte sich dann heraus, dass 'Luigis' früherer Eigentümer falsche Auspuffhalter montiert hatte. „Diese passten eigentlich nicht zum Auspuff, wurden aber irgendwie passend gemacht“, berichtete Martin Buschmann und lobte: „Dank der guten Beratung bei Axel Gerstl sind nun die richtigen Schellen montiert und wir hoffen, dass wir mit diesen nun bis nach Sizilien durchfahren können.“

Nach insgesamt 1.010 zurückgelegten Kilometern mit seinem Fiat 500 fasste er als Resümee zusammen: „Ein bischen weniger Aufregung hätte ich mir auf unserer ersten Etappe gerne gewünscht, aber zumindest auf den Fotos macht Luigi wirklich 'Bella Figura' - was ja ganz wichtig ist in Italien.“

Teil 1 der Reise von Deutschland nach Sizilien - Über Mailand und die Cinque Terre bis zur Toskana

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Sonnenuntergang über dem Meer


Martin Buschmanns Idee war simpel: Zusammen mit 'Luigi', einem Fiat 500 Baujahr 1967, und seinem Fotografen-Kollegen Gereon Roemer sollte es von Freiburg im Breisgau durch ganz Italien bis nach Sizilien gehen, wo Martin Buschmann geboren wurde. Doch schon die Testfahrt im Juli 2020 zum Comer See zeigte das Ausmaß an Herausforderung vor allem technischer Art. Obwohl 'Luigi' seine erste Etappe inklusive Splügenpass erfolgreich gemeistert und seine Fahrer sicher ans Ziel gebracht hatte, musste am Ende sogar der ADAC anrücken, um den kleinen 500er wieder fit für die Rückkehr nach Deutschland zu machen. „Den Blick des Zöllners werde ich nicht vergessen“, berichtete uns Martin Buschmann damals, „als wir mit Luigi, der mittlerweile eher wie ein Panzer klang, die Grenze nach Deutschland überquerten.“

Trotz mancher technischer Probleme gab es aber auch guten Grund zur Hoffnung auf eine pannenfreie Fahrt, denn 'Luigi' hatte „Bella Figura“ gemacht, wenigstens jenseits der Grenze zu seiner italienischen Heimat. „Das Klima und die italienische Luft, die er durch seinen Luftfilter atmete, taten ihm richtig gut“, meinte Martin Buschmann und betonte zurecht: „Wer es mit zwei Personen und weiteren 100 Kg Zuladung an Fotoequipment dreimal über den Splügenpass bis auf 2.055 m schafft, der schafft es auch durch ganz Italien bis nach Sizilien.“

Um 'Luigi' zusätzlich Abhilfe zu verschaffen und den „unrunden“ Motorlauf zu beheben, bekam er noch kurz vor Start der Reise eine Elektronische Zündung verpasst. Im Oktober 2020 schließlich ging es für Martin Buschmann und Gereon Roemer in ihrem kleinen Fünfhunderter vom Comer See aus los für den ersten größeren Streckenabschnitt über Mailand und die ligurischen Cinque Terre bis in die Toskana. Gerade auf Mailand freuten sich die beiden sehr. „Der Mailänder Dom, das Opernhaus - die Scala und natürlich Mode, dafür ist Mailand bekannt. Das alles wollten wir mit LUIGI natürlich erleben“, meinte Martin Buschmann.

Als Mailand erreicht war, hatte Luigi 50.018 km auf seinem Tacho und damit seit Beginn der Tour bereits über 1.500 km zurückgelegt.

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„Nach dem Einchecken im Hotel - zentral gelegen und günstig - ging es sofort ins Zentrum zum Mailänder Dom“, berichtete uns Martin Buschmann. „Dort auf dem Platz einen Aperol Spritz zu trinken ist das Erste, was man nach der Ankunft in Milano tun sollte.“ Beim Durchstöbern diverser Postkartenständer hatte Martin Buschmann zuvor eine Postkarte mit dem Motiv dreier Fiat 500 entdeckt, die auf dem Domplatz parkten – und das brachte ihn auf eine Idee: Es musste doch möglich sein, 'Luigi' auch direkt auf den Platz zu stellen, um ihn dort zu fotografieren. „Aber wie umsetzen?“, fragte er sich. „Der Platz ist abgesperrt und wird vom Militär bewacht.“ Auch der Besuch einer Vorstellung der Mailänder Scala war wegen der Corona-Beschränkungen nicht möglich und der erste Abend in Mailand somit „ziemlich ernüchternd“, wie es Martin Buschmann beschrieb.


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Zurück im Hotel wurde zunächst eine Parkbucht für 'Luigi' organisiert. Dabei war 'Luigis' Übernachtung fast genauso teuer wie die Hotelzimmer seiner beiden Fahrer. „Doch wir hatten Glück“, erzählte Martin Buschmann. „Aufgrund dessen, dass wir Hotelgäste waren, bekamen wir einen Spezial-Preis von 25 Euro pro Nacht.“ Verwundert zeigte er sich jedoch, als er erfuhr, dass man sein Auto nicht selber parken dürfe. „Auto und Schlüssel gibt man vorne beim Portier ab und dann kann man zusehen, wie sein Fahrzeug in den Tiefen, oder wohin auch immer es gefahren wird, verschwindet.“

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Getrennt von seinem treuen Fünfhunderter durchlebte Martin Buschmann eine unruhige Nacht mit schlechtem Schlaf, denn er „träumte, dass böse Ferraris und andere Luxuskarossen sich über Luigi lustig machen. Zur Strafe, dass wir ihn dort abgestellt haben, würde er uns am nächsten Tag bestimmt mit Motorversagen bestrafen.“ Doch als er und Gereon Roemer 'Luigi' am nächsten Morgen nach einem ersten Cappuccino und Cornetto abholen wollten, winkte ihnen der Portier schon von Weitem zu. Nur Sekunden später hörten sie „aus den Tiefen der Garage“ den ihnen „wohlbekannten, tiefen Sound“ des Sportauspuffs und Martin Buschmann stellte erleichtert fest: „Luigi hatte die Nacht gut überstanden!“

Mit den Worten „Che bella macchina!“ rückte der Portier 'Luigis' Schlüssel heraus, danach hieß es für Martin Buschmann und Gereon Roemer „einzutauchen in den italienischen Verkehr, die Hupe mal richtig heiß laufen zu lassen und zu schauen, ob wir noch andere Fiat 500 treffen.“ Seine Eindrücke fasste Martin Buschmann so zusammen: „Erstaunlicherweise ist der Verkehr in Mailand gar nicht so wild. Unten im Süden von Italien und in Rom kenne ich das anders. Schließlich habe ich damals mit 18 Jahren meinen Führerschein auf Sizilien gemacht. Ich weiß, wovon ich spreche.“ An einer roten Ampel kam es dann zu einer ersten Begegnung mit einem Ferrari, dessen Fahrer 'Luigi' sofort ins Herz schloss. Als Gereon Roemer aus der Beifahrertür sprang, um die Szene in einem Foto festzuhalten, schaltete die Ampel auf grün und ein Hupkonzert der dahinter wartenden Autos begann. Natürlich wollte Martin Buschmann ganz nach italienischer Tradition zurück hupen, doch aus 'Luigi' kam kein Ton heraus. „Eine Katastrophe, die einem Motorschaden gleich kommt“, meinte Martin Buschmann. „In Italien ohne Hupe fahren!“

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Als Martin Buschmann und Gereon Roemer 'Luigi' an einer Straße bei einer Bar parkten, kam es schnell zu einer Ansammlung mehrerer älterer Herren, die 'Luigi' für sich entdeckten und schließlich einen von ihnen aus einer Hauseinfahrt zerrten. Dieser hieß zufällig auch 'Luigi', ließ sich mit dem kleinen Fiat 500 fotografieren und lud Martin Buschmann und Gereon Roemer zum Dank auf einen Kaffee ein.

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Später kamen Martin Buschmann und Gereon Roemer noch einmal auf die Idee zu sprechen, ein Foto von 'Luigi' auf dem Domplatz zu schießen. Gleich bastelten sie an einem gewagten Plan: „Die Idee war, frühmorgens vor Sonnenaufgang dorthin zu fahren, Luigi auf den Platz zu stellen und schnell wieder weg. In der Hoffnung, dass das italienische Militär um diese Zeit noch schläft.“ Rasch wurden die Überlegungen konkreter: „Durch die Absperrung würden wir mit dem kleinen Auto sicher durchkommen. Und bei Luigi kann doch keiner böse sein.“

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Am nächsten Morgen ging es dann an die Umsetzung. 'Luigi' wurde noch vor Sonnenaufgang aus seinem Nachtquartier geholt und der Portier für sein frühes Aufstehen mit einem Extra-Trinkgeld belohnt.

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Doch am Domplatz angekommen erwartete eine gute und eine schlechte Nachricht die beiden Fotografen. „Die Gute: Die Absperrungen waren komplett beiseite geschoben, diese sollten also kein Problem darstellen. Aber - leider - das italienische Militär schläft wohl nicht. Die Bewachung des Platzes findet rund um die Uhr statt.“ Da Martin Buschmann und Gereon Roemer aber nur ein Zeitfenster von vielleicht zehn Minuten hatten, immerhin wollte man 'Luigi' im Licht des Sonnenaufgangs vor dem Dom in Szene setzen, fuhren sie diesen schon mal in Sichtweite und Martin Buschmann übernahm die Verhandlung mit den Soldaten. „Luigi ist halt ein Herzensbrecher“, fasste Martin Buschmann die Gespräche zusammen, „selbst die Herzen schwer bewaffneter italienischer Elitekämpfer lässt er höher schlagen.“ Nachdem sich jeder der Soldaten zunächst alleine mit 'Luigi', dann mit Martin Buschmann, Gereon Roemer und 'Luigi' und anschließend noch in verschiedenen Kombinationen mit 'Luigi' hatten fotografieren lassen, konnten Martin Buschmann und Gereon Roemer endlich ihr heiß ersehntes Foto schießen. Am Ende waren die beiden „total glücklich“ über ihren ganz persönlichen „Top Shot“ und Martin Buschmann resümierte zufrieden: „Italiener sind einfach KLASSE.“

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Mit Corona im Nacken und der Befürchtung, auch Ligurien könnte bald zum Risikogebiet erklärt werden, war danach Eile geboten und der Aufbruch von Mailand in Richtung der Cinque Terre stand an. „Schauen wir mal, was wir fotografieren und filmen können in den wenigen Tagen, die uns bis zum Shutdown in Ligurien bleiben“, meinte Martin Buschmann.

Teil 2 der Reise von Deutschland nach Sizilien - Über Mailand und die Cinque Terre bis zur Toskana

Luigi muss nach Hause! Luigi muss nach Hause!
Manarola und Riomaggiore


Knapp zweieinhalb Stunden dauerte die Fahrt im kleinen Fiat 500 von der Hauptstadt der Lombardei in die Cinque Terre, dem zwölf Kilometer Länge und fünf kleine Dörfer umfassenden Küstenstreifen an der Italienischen Westküste, seit 1997 UNESCO-Weltkulturerbe und eines der beliebtesten Touristenziele des an beliebten Touristenzielen mehr als reichen Italiens.

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Monterosso al mare


Monterosso, Vernazza, Corniglia, Manarola und Riomaggiore heißen die fünf Dörfer, die sich an der Küstenlinie in nahezu gleichen Abständen wie Perlen aneinander reihen und der Cinque Terre ihren Namen verleihen.

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Vernazza


Als sich Martin Buschmann an den sagenhaften Anblick erinnerte, geriet er schnell ins Schwärmen: „Bergige Landschaften, die tief ins Tal zum Meer an die Dörfer führen. Einzigartig in ihrer Lage, hoch exponiert über dem Meer bis hinunter direkt an die Wasserkante. Die Cinque Terre ist eine schroffe Landschaft. Geprägt vom jahrhundertealten Wein-/Olivenanbau und Fischfang und natürlich dem heutigen Tourismus. Malerische Dörfer, steil am Abhang, prägen das Landschaftsbild der Cinque Terre. Wer hier den malerischen Sandstrand sucht, ist fehl am Platz.“

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Corniglia


Doch genau das war mit Blick auf 'Luigi' auch Martin Buschmanns größte Sorge. Denn Steigungen von bis zu 25% hinauf und wieder bergab zu fahren stellte für den Motor des Fünfhunderter trotz seiner „Bella Figura“ beim Überwinden des Splügenpasses eine ziemliche Herausforderung dar. Vor allem, wenn unten nur kaltes Wasser drohte. „Das sind die Fahrten, die Luigi und ich gar nicht mögen“, meinte Martin Buschmann. Doch den Mut verlor er dennoch nicht und schwor sich und 'Luigi' auf die neue Herausforderung ein: „Da müssen wir beide - beide über 50 Jahre alt - jetzt durch. Gemeinsam schaffen wir das!“

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Die Einheimischen zeigten allerdings nur wenig Verständnis, als sich 'Luigi' und seine Fahrer im zweiten Gang mit 20 km/h langsam die Straßen der Cinque Terre vorkämpften. Es wurde gehupt und es wurden „eindeutige Zeichen gemacht, dass man sich doch endlich mal ein neues Auto kaufen sollte“, wie Martin Buschmann erzählte. „Mit unserem deutschen Kennzeichen gab es da noch weniger Verständnis.“ Für Martin Buschmann waren die Gedanken der Leute geradezu greifbar: „Schau dir die verrückten Deutschen an, fahren diese Straßen mit einem Cinquecento… Durchgeknallte Tedesci… non si fa… so was macht man doch nicht!“ Aber von missmutigen Blicken wollte er sich nicht beeindrucken lassen, vielmehr spornten sie ihn weiter an: „Doch - wir machen das jetzt! Warum? Weil Luigi es kann. Luigi ist hart im nehmen, und ich weiß, dass er es kann!“

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Und tatsächlich meisterte 'Luigi' seine Prüfung mit Erfolg – sogar mehrmals! Schließlich mussten Martin Buschmann und Gereon Roemer Film- und Fotoaufnahmen machen. Von Touristenschwärmen wurden sie dabei jedoch nicht gestört. Stattdessen waren die fünf Dörfer der Cinque Terre wie leergefegt, was Martin Buschmann sehr nachdenklich machte: „Wir haben die Cinque Terre in einer ganz eigenartigen Zeit erlebt. Es war Herbst, es ist Corona - und es ist nicht lustig!“ Schon während der Testfahrt zum Comersee hätten er und Gereon Roemer erlebt, wie ernst die Italiener die Pandemie nehmen würden: „Es gibt kaum eine Familie, die nicht einen Todesfall aufgrund Covid-19 zu beklagen hat. Das sollte einem zu denken geben. Dementsprechend haben wir auch die Cinque Terre erlebt. Es war leer. Keine Touristen, nur die Einheimischen waren da. Versuchten sich neu zu rüsten, für eine kommende Saison, die vielleicht nächstes Jahr kommen mag oder auch nicht. Irgendwie eine sehr bedrückende Stimmung.“

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Wie von Martin Buschmann und Gereon Roemer erwartet, wurde die Cinque Terre wegen der sich in Ligurien zuspitzenden Corona-Lage zum Risikogebiet erklärt. „Fluchtartig, und einen Tag früher als geplant, haben wir Ligurien, in Richtung Toskana verlassen“, schilderte uns Martin Buschmann. Einige gute Drohnenflüge sind den beiden Fotografen jedoch glücklicherweise noch gelungen, die bei einem Abschieds-Kaffee mit 'Luigi' als Tischersatz gebührend gefeiert wurden (Scannen Sie diesen QR-Code, um einen Drohnenflug über die Cinque Terre zu sehen).

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Teil 3 der Reise von Deutschland nach Sizilien - Über Mailand und die Cinque Terre bis zur Toskana

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Im Oktober 2020 erreichten Martin Buschmann und Gereon Roemer kurz nach ihrem Aufenthalt in der Cinque Terre die Toskana. „Durch Corona hatte sich auf unserer bisherigen Reise alles mehr nach Flucht angefühlt, aber hier in der Toskana waren wir endlich angekommen“, schilderte uns Martin Buschmann. „Angekommen in einer der schönsten Landschaften, die Italien zu bieten hat.“

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Die beiden Fotografen quartierten sich nach einer ersten Fahrt mit 'Luigi' durch die bekannten Zypressenhaine der Toskana in dem 'Agriturismo Le Stringaie' ein, das so gut gelegen war, dass sie alle ihre Reiseziele von hier aus gut erreichen konnten - worauf Martin Buschmann und Gereon Roemer direkt am Abend ihrer Ankunft mit einem Brunello di Montalcino anstießen, einem Wein aus der Region.

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'Luigi' wartete derweil frisch vollgetankt für den nächsten Tag vor der Türe. „Er hat uns ohne Panne in die Toskana gefahren“, lobte Martin Buschmann.

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Am nächsten Morgen ging es gleich nach Sonnenaufgang wieder los, denn die Arbeit rief und Martin Buschmann und Gereon Roemer wollten die Landschaft im Morgennebel fotografieren. Ein Eindruck, der Martin Buschmanns „fotografische Sinne völlig überreizte“, wie er es beschrieb.

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Im Vorfeld der Reise hatten er und Gereon Roemer viel über das Val d´Orcia recherchiert, das „die absoluten, fotografischen Highlights der Toskana“ biete. „Das Val d´Orcia ist Unesco-Weltkulturerbe“, berichtete uns Martin Buschmann. „Städte wie Montalcino, Montepulciano und Pienza sind weltbekannt. Nicht nur für seine Zypressen steht die Toskana, Oliven, Weinbau und der berühmte Pecorino-Käse gehören ebenfalls in diese Gegend.“ (Scannen Sie diesen QR-Code, um einen Drohnenflug über die Toskana zu sehen).

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Aber 'Luigi' sei das alles an diesem Morgen „ziemlich egal“ gewesen. „Die Feuchte des Morgennebels hatte sich wohl irgendwie in sein Motorinneres vorgearbeitet“, vermutete Martin Buschmann. Denn nachdem die Fotos gemacht waren und der Aufbruch zum nächsten Ziel anstand, wollte er nicht mehr anspringen – was Martin Buschmann schier zur Verzweiflung brachte: „In diesem Moment sehnte ich mich nach einer Bar, mit einem hervorragenden Espresso und einem noch warmen frisch gebackenen Brioche dazu.“
Aber glücklicherweise hatte er ein Starterspray dabei: „Einmal kurz in den Luftfilter gespritzt und das Autole muss einfach anspringen. Das ist so ein bisschen wie der Defibrillator, den wir bei uns Menschen kennen. Wenn mit dem Spray nichts geht, dann geht gar nichts mehr!“

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Während Gereon Roemer mit dem Starterspray sprühte, betätigte Martin Buschmann den Anlasser und schnell kam 'Luigi' wieder auf Touren und schaffte es ohne weitere Probleme bis nach Pienza, wo der erste toskanische Espresso auf die durstigen Fotografen wartete und 'Luigi' direkt in einer engen Gasse neben der Bar geparkt wurde.

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Wie in Mailand dauerte es auch hier nicht lange, bis der kleine Fünfhunderter von einem Namensvetter entdeckt wurde, der um ein gemeinsames Foto bat – eine Bitte, die Martin Buschmann natürlich nicht ablehnen wollte.

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Sorgen bereiteten ihm dagegen die geographischen Gegebenheiten: „Jeder, der selbst einen Fiat 500 mit der normalen Motorisierung fährt, weiß, es gibt diese leichten Steigungen, die unsere kleinen Cinquecentos gar nicht mögen. Nervig ist dann dieses ständige hin- und herschalten zwischen dem 2. und dem 3. Gang. Erst recht, wenn das Auto ziemlich beladen ist. Und von diesen Steigungen gibt es in der Toskana einige. Auch die Straßenverhältnisse mit den Schlaglöchern machen einem Luigi und seinen Stoßdämpfern und Achsschenkeln zu schaffen. Besonders, wenn man im Dunkeln mit unserem schwachen Dämmerlicht am Auto durch mehrere dieser Schlaglöcher fährt. Da werden wohl ein paar neue Teile fällig nach unserer Rückkehr in Deutschland, schnell beim Händler meines Vertrauens bestellt.“

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Tatsächlich wurde 'Luigi' etwas später Opfer eines Unfalls, denn Martin Buschmann hatte „einen Moment der Unachtsamkeit“ und fuhr auf seinen Vordermann auf – zum Glück ohne größere Folgen für dessen Fahrzeug und die beteiligten Personen. „Den Schaden am Vordermann konnte ich mit 30 Euro beschwichtigen“, meinte Martin Buschmann. 'Luigi' hingegen hatte weniger Glück: „Die ganze Vorderfront, Blinker, Stoßstange - und am schlimmsten - der Kotflügel, waren völlig eingedrückt. An eine Weiterfahrt, war kaum zu denken. Bei jedem Schlagloch würde der Kotflügel jetzt am Reifen schleifen. Grande Katastrophe!!!“

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Doch ein Notruf bei Dario und seinem Team von Vintage Tours, das seine Fiat 500 für Martin Buschmanns Fotoworkshops vermietet, brachte Abhilfe und 'Luigi' wurde schnell wieder fit gemacht, was seinen Fahrer und Besitzer erleichterte: „Einen Tag später konnten wir wieder weiterfahren. Danke an Vintage Tours! Good Job - Bel lavoro! Grazie.“

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Zum Abschluss des Streckenabschnitts durch die Toskana resümierte Martin Buschmann:
„Man muss sagen, Italien ist kein Billigland. Die Preise in den Werkstätten sind nahezu wie in Deutschland. Wir könnten uns die Tour ohne unsere beiden Hauptsponsoren Segafredo Deutschland (Weltbester Caffè) und Axel Gerstl (Der Fiat Ersatzteilhändler über die Grenzen von Deutschland hinaus) nicht leisten! Ein dickes Dankeschön noch mal an dieser Stelle an unsere Sponsoren!“
Dennoch habe der Herbst in der Toskana den beiden Fotografen und ihrem kleinen Fiat 500 noch einige „wunderschöne Tage mit tollen Stimmungen beschert“: „Die Temperaturen waren angenehm und das alles hat Luigi wohl auch so empfunden, es gab keine weiteren Pannen mehr.“

Nach der Toskana soll es im 4. Teil der Reise nach Rom gehen, auch wenn es laut Martin Buschmann eine Planänderung geben wird: „Es ist uns klar geworden, dass wir nicht jedesmal für die nächste Etappe mit Luigi von Deutschland aus starten können. Ab jetzt werden wir Luigi immer auf einen Hänger laden und bis zur letzten Etappe fahren, Luigi dort abladen, unsere geplante Route mit ihm dort fahren, um ihn dann wieder mit dem Hänger zurück nach Deutschland zu fahren. Bis dann die nächste Etappe kommt.“

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Teil 4 der Reise von Deutschland nach Sizilien - Rom, die ewige Stadt

Luigi muss nach Hause!


„Durch Corona hatte sich auf unserer bisherigen Reise alles mehr nach Flucht angefühlt, aber hier in der Toskana waren wir endlich angekommen“, schilderte uns Martin Buschmann damals nach dem dritten Streckenabschnitt. „Angekommen in einer der schönsten Landschaften, die Italien zu bieten hat.“ Danach dauerte es aufgrund der unsicheren Lage wieder einige Monate, ehe der vierte Teil der Reise angegangen werden konnte und sich 'Luigi' im römischen Straßenverkehr behaupten durfte. „Vorab sei gesagt: Autofahren in Rom ist nicht entspannt, es ist ein Kampf!“, fasste Martin Buschmann seine Eindrücke zusammen. Anders als in Mailand konnte der kleine Fiat 500 in Rom von keinerlei 'Niedlichkeits-Bonus' profitieren und litt besonders in den Morgenstunden an der Hektik der Einheimischen. Doch glücklicherweise hatte Martin Buschmann seinen Führerschein in Italien gemacht und kannte die „besonderen Regeln des Autofahrens in Italien“, wie er uns berichtete: „Rechts immer genügend Platz für die Motorroller lassen. Links die SUVs, die mittlerweile immer Vorfahrt haben wollen. Da muss der kleine Luigi mit seinen beiden Insassen einfach zurückstecken.“

Luigi muss nach Hause!


Mehr Glück hatte 'Luigi' beim Parken, denn keine Parklücke war ihm zu klein. Das bescherte Martin Buschmann und Gereon Roemer den Luxus, selbst am Abend im 'Szene-Viertel' direkt neben dem Restaurant einen Platz für ihn zu finden. Doch insgesamt stellten sich die römischen Straßen vor allem in der Innenstadt als Herausforderung für den Fünfhunderter dar und Martin Buschmann war froh, noch rechtzeitig vor der Reise neue Stoßdämpfer bestellt und eingebaut zu haben. „Kopfsteinpflaster und Schlaglöcher machen das Fahren nicht angenehm“, meinte er. „Vor allen Dingen dann, wenn man bei den über 50 Jahre alten Sitzen jede Sprungfeder spürt.“

Mehr Komfort bot Martin Buschmann und Gereon Roemer ihre Unterkunft, denn das Hotel war zentral nahe der Altstadt gelegen und 'Luigi' hatte eine sichere Bleibe im zugehörigen Parkhaus. „Immer sehr spannend, wenn man abends sein Auto mitsamt dem Schlüssel abgibt und es in den Tiefen der Garage verschwinden sieht“, erzählte Martin Buschmann. „Den Parkhauswächter haben wir jeden Morgen geweckt. Wir mussten früh raus, denn wir waren ja zum Fotografieren in Rom.“ Und nur die frühen Morgenstunden blieben schließlich, um ungestört von Touristen und Instagrammern den kleinen Fiat 500 vor den Sehenswürdigkeiten Roms in Szene zu setzen.

Luigi muss nach Hause! Luigi muss nach Hause!

Luigi muss nach Hause!


Als die Fotos dann gemacht waren und sich die ersten Städtereisenden auf den Plätzen tummelten, erwies sich 'Luigi' wieder einmal als 'Eyecatcher': „Viele Leute haben uns mit Luigi fotografiert“, sagte Martin Buschmann mit einem Schmunzeln. „Die Zahl der Follower auf unserem Instagram-Kanal stieg enorm!“

Luigi muss nach Hause! Luigi muss nach Hause!


Probleme bereitete dem Team Buschmann/Roemer hingegen der allmorgendliche Stau im Berufsverkehr, den die Römer laut Martin Buschmann nur zu gerne in Kauf nähmen, da andere Verkehrsmittel für sie nicht infrage kämen: „Erster Gang, zweiter Gang und wieder abbremsen - und die nächste rote Ampel. So geht das in einem fort. Dritter Gang ist das höchste der Gefühle!“ Das ständige Kuppeln und Schalten mochte 'Luigi' allerdings überhaupt nicht und Martin Buschmann merkte, wie sich die Gänge trotz Zwischenkuppeln und Zwischengas immer schlechter einlegen ließen: „Wir hatten ein schleichendes Problem, das sich sicher bald zum permanenten Problem entwickeln würde.“ Glücklicherweise fanden Martin Buschmann und Gereon Roemer eine Werkstatt, die wie in Italien üblich Autos direkt an der Straße repariert. Der Chefmechaniker und seine drei Gehilfen kümmerten sich sofort um den kleinen Fiat 500, bockten ihn auf einer Seite hoch und stellten über die Stellschraube die Kupplung nach. „Mir wurde ganz angst und bange, wie Luigi so schräg auf der Straße stand“, meinte Martin Buschmann. „Ich hatte Angst, dass er gleich umkippen würde.“ Aber nachdem 'Luigi' wieder fit gemacht war für die Weiterfahrt, wichen die Sorgen der Erleichterung: „So ist das halt in Italien, da wird einem schnell und unbürokratisch geholfen. Auf die Frage, was ich denn geben darf, wurde abgewunken. Allerdings kam der Hinweis, dass es sich wohl um ein kaputtes Ausrücklager handelt.“

Luigi muss nach Hause!


Ein letzter Abstecher vor dem Ende der 4. Etappe führte Martin Buschmann und Gereon Roemer zur Firma Affari Sbullonati, wo David und Fabio in ihrer Werkstatt Fiat 500 restaurieren. Es war ein lohnender Abstecher, der dem von den Sprungfedern seiner Sitze geplagten Martin Buschmann endlich Abhilfe verschaffte. Denn David und Fabio bauten 'Luigi' gleich neugepolsterte Sitze aus ihrem Altbestand ein, als sie von dem Problem hörten. Die Rückfahrt von Rom in die Toskana fühlte sich Martin Buschmann in seinem Fahrersitz dann wie auf einem Sofa.

Luigi muss nach Hause!


Den Winter 2021/2022 verbingen 'Luigi', Martin Buschmann und Gereon Roemer wieder in Deutschland, wo sich 'Luigi' die meiste Zeit ausruhen darf. Nur einmal wird ihn Martin Buschmann kurz aus dem Winterschlaf holen müssen, denn der TÜV steht an. Doch große Sorgen macht sich Martin Buschmann trotz der enormen Belastung während der Etappe Toskana-Rom-Toskana um seinen Fiat 500 nicht: „Ahmed Barbiche - der Mechaniker meines Vertrauens - kennt mittlerweile jede Schraube an Luigi und freut sich, 'die kleine Auto' bald schon wieder in seiner Werkstatt zu haben.“ Mit frischem TÜV geht das Trio 'Luigi', Martin Buschmann und Gereon Roemer dann die nächste Etappe Rom-Neapel-Rom an. „Wir freuen uns und würden am liebsten morgen schon weiterfahren!“, sagte Martin Buschmann. „Im Land der Dolce Vita und Bella Figura!“

Luigi muss nach Hause!


Fortsetzung folgt...